Bienen und Wildbienen

Wo liegt der Unterschied?

Honigbienen

Wildbienen

Die Apis mellifera, wie die Honigbiene im Fachjargon genannt wird, ist eine der bekanntesten Bienenarten überhaupt. Wie unschwer im Namen zu erkennen ist, ist die Honigbiene die Erstellerin des flüssigen Golds -Honig.
Ihr Körper wird bis zu 16 Millimeter groß und hat eine leichte Behaarung am Oberkörper. Ihr Hinterleib weist hellere und dunklere Streifen auf, ist aber keinesfalls schwarz-gelb, wie zum Beispiel bei einer Wespe.

Honigbienen überleben nur in der Gruppe, denn sie benötigen den sozialen Kontakt in ihrem Bienenvolk. Trotz guter Haltung und Pflege würde eine einzelne Honigbiene bald sterben.

Nach Schwein und Rind stellt die Honigbiene das drittwichtigste Nutztier in Deutschland dar. Eine Schätzung der Universität Hohenheim beschreibt die wirtschaftliche Leistung der Bienen mit einen Wert von ca. 1,7 Milliarden Euro. Dieser Wert ergibt sich allein in Deutschland durch die enorme Bestäubungsleistung der Honigbienen. Dies kann auch im Magazin topagrar nachgelesen werden.

Die Wildbienen sind die wilden Artverwandten der Honigbiene. Im Gegensatz zu ihr sind sie allerdings nicht für die Honigproduktion zuständig, sondern erbringen eine Bestäubungsleistung.
Die Wildbienen gehören zur großen Familie der „Apidae“ und zeichnen sich durch ihre große Vielfalt aus in über 600 verschiedenen Arte, alleine in Deutschland aus. So gibt es beispielsweise die Pelzbiene, die besonders behaart und groß ist und eine Zunge hat, die genau so lang ist wie ihr ganzer Körper.
Eine weitere besondere Art ist  die blaue Holzbiene, die durch ihre dunkelblaue Körperfarbe besonders auffällig ist und am liebsten in totem Holz ihre Gänge gräbt und nistet. Viele weitere besondere Wildbienenarten gibt es bei beecareful nachzulesen.

Wildbienen sind im Gegensatz zu den Honigbienen Einzelgänger und leben nicht in großen Völkern. Sie suchen sich individuelle Behausungen im Erdboden, in Mauerritzen oder auch in leeren Schneckenhäusern. Zudem sind die Wildbienen echte Feinschmecker. Viele Arten ernähren sich nur von den Pollen einer bestimmten Pflanze oder Pflanzengattung.

Warum sind Bienen schützenswert?

Das Thema Bienenschutz ist in aller Munde. Doch wieso müssen die kleinen Stacheltiere überhaupt geschützt werden?
Bienenvölker und Wildbienen, die nicht vom Menschen nach der Honigentnahme aus den Waben mit Zuckerwasser zugefüttert werden, sind in vollem Umfang auf ihre Nahrung in Form von Pollen und Blütenstaub aus der Natur angewiesen. Durch die zunehmende Bebauung und Versiegelung der Landschaft mit Monokulturen finden Bienen immer weniger Nahrung und Unterschlupf. Hinzu kommt die Verwendung von Pestiziden und der anhaltende Klimawandel, der den Bienen zusetzt.
Bereits über 50% der Wildbienenarten in Deutschland sind bedroht, einige bereits vom Aussterben. Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass bei einer langen Autofahrt kaum noch Insekten auf der Windschutzscheibe hängen bleiben? Ein deutliches Zeichen für das Bienen- und Insektensterben.

Wenn es keine Bienen mehr gibt, muss der Mensch auf viele Standards verzichten. Der Wegfall von der Bestäubung durch Bienen würde bedeuten, dass viel weniger Obst, Gemüse und alle Produkte, die daraus gewonnen werden, vorhanden ist.
Weltweit betrachtet wäre durch einen Wegfall der Bestäubungsleistung auch ein reduziertes Wachstum von Baumwolle und somit ein Rückgang in der Produktion von Klamotten zu verzeichnen. Wie Albert Einstein bereits sagte: „Wenn die Bienen aussterben, sterben vier Jahre später auch die Menschen“.

Der Film „More than honey“ von Markus Imhoof zeigt die Bienenhaltung in verschiedensten Regionen der Welt. Vom idyllischen Bergdorf in der Schweiz mit weiten, vielfältigen Bienenweiden bis hin zu Monokulturen und Bienenschwärmen, die in den USA im Lastwagen transportiert werden. Dabei wird eindrücklich die Wichtigkeit der Bienen für uns und unsere Umwelt vermittelt und warum wir uns stärker für deren Schutz einsetzen sollten. Den Trailer zum Film können Sie direkt hier ansehen: