Historisches

Constanze-Mozart Boulevard

Zell im Wiesental, Geburtsort von Constanze Mozart geb. Weber

Auf einem Spaziergang durch Constanze Mozarts Geburtsort Zell im Wiesental kann man in das Leben von Mozarts „Herzens-Weibchen“ eintauchen.

Wenn auch der Name Wolfgang Amadeus Mozart zunächst an Salzburg, Wien und die großen Opernhäuser der weiten Welt denken lässt, ist der einzigartige Komponist über seine Ehefrau Constanze doch auch mit Zell im Wiesental im Südschwarzwald verbunden.

Hier, im damals vorderösterreichischen Zell, wurde Mozarts Frau am 5. Januar 1762 als dritte von vier Töchtern des hiesigen Amtmanns und Musikers Fridolin Weber und dessen aus Mannheim stammender Frau Cäcilia geboren. Sie wurde noch am selben Tag auf den Namen Maria Constantia Cäcilia Josepha Johanna Aloisia getauft.

„Der gnedig Herrschaft Meierhof“ zwischen dem Gasthaus „Dreikönig“ und der Kirche – das Haus, in dem zuvor schon Constanzes Vater Fridolin und ihr Onkel Franz Anton (Carl Maria von Webers Vater) das Licht der Welt erblickten – wurde beim großen Stadtbrand zerstört: In der Mittagshitze des 23. Juli 1818 stiegen aus dem Kamin eines benachbarten Hauses Funken auf und setzten das Strohdach der angrenzenden Scheune des Dreikönigwirts in Brand. In nur wenigen Augenblicken gingen 64 Häuser und die Kirche in Flammen auf, darunter auch das Amtshaus, das unmittelbar an das Gasthaus „Dreikönig“ gebaut und nur durch eine enge Gasse vom Pfarrhaus getrennt war.

Die Familie Weber hatte Zell zu diesem Zeitpunkt jedoch längst verlassen. Webers langer, erbitterter Streit mit seinem Dienstherrn, dem Baron von Schönau-Zell, hatte dazu geführt, dass er im Dezember 1763 mit seiner Familie nach Mannheim übersiedelte. Als Sänger, Souffleur und Notenkopist am Hoftheater konnte Fridolin Weber seine Familie nur mühsam über Wasser halten. Seinen Töchtern ließ er jedoch die beste Erziehung zukommen. Sie hatten ausgebildete Stimmen und spielten Klavier, und sie sprachen fließend Französisch und die Opernsprache Italienisch. Als dann der 21-jährige Mozart Ende 1777 bei Weber anklopfte, um ihn um seine Dienste als Notenkopist zu bitten, traf ihn die Liebe mit voller Wucht. Fortan widmete sich Mozart – inspiriert von Webers Töchtern – der bedingungslosen, empfindsamen Liebe. Er hinterließ Liebesarien, wie sie keiner zuvor und keiner danach komponierte. Und Webers Töchter, für deren ungewöhnliche Stimmqualitäten er schrieb, waren Mozart ihr Leben lang von Herzen verbunden.

In Mannheim verliebte sich Mozart zunächst in Constanzes zwei Jahre ältere Schwester Aloysia und deren „schöne, reine Stimme“. Aloysia wies ihn schlussendlich ab. Constanze eroberte Mozarts Herz mit ihrer Fürsorge im mütterlichen Haushalt in Wien. Denn „die alte Madame Weber war so gütig“, ihn von der Straße aufzunehmen, als er seinen Dienst beim Fürsterzbischof quittiert hatte. Es mutet schicksalhaft an, dass Mozart immer dort auftauchte, wo gerade die Webers sich niedergelassen hatten – von Mannheim über München nach Wien, wo Aloysia als Hofsängerin vergöttert wurde. Die Familie Weber kehrte nie mehr nach Zell zurück.

Auf den Platz, auf dem Constanzes Geburtshaus einst stand, weist heute eine große Tafel hin. An diesem Platz führte auch ihr Großvater lange Jahre die Zeller Amtsgeschäfte. Hier schließt sich die Constanze-Weber-Gasse an. Sie ist der nach Mozart „Gutherzigsten, Geschicktesten und mit einem Wort Besten“ von Webers Töchtern gewidmet. Die Gasse führt am Rathaus vorbei, an dessen Außenwand eine Kopie des Portraits der 20-jährigen Constanze Weber angebracht ist. Mozart gab es 1782 bei seinem Schwager Joseph Lange, Aloysias Ehemann, Hofschauspieler und Maler, in Auftrag, um dem Vater in Salzburg seine Heirat mit Constanze anzukündigen.

Neben dem Portrait findet sich die Kopie der Anschrift von Mozarts einzigem Brief an die ledige Constanze Weber. Mit diesem langen Brief versuchte Mozart am 29. April 1782, mit zärtlichen Worten die schmollende Braut nach einer bühnenreifen Eifersuchtsszene wieder zur Vernunft zu bringen und ihr seine unerschütterliche Liebe zu erklären. Am 4. August 1782 wurden die beiden im Wiener Stephansdom getraut – gegen den Willen von Mozarts Vater Leopold, der sich für den Sohn eine „gute Partie“ erhofft hatte. Die vermögenlose Constanze Weber brachte allerdings eine für Mozart enorm wichtige Mitgift in die Ehe – eine große musikalische Familie, in der er sich verstanden fühlte.

Lenk-Plastik am Schopfheimer Rathaus
Lenkplastik auf dem Schopfheimer Marktplatz Kultur

2004 wurde in Schopfheim die Großplastik des berühmten Bildhauers Peter Lenk enthüllt. Der Künstler erinnert damit augenzwinkernd an eine Episode der badischen Revolution, die immerhin auch für einen Tag in Schopfheim stattfand. Oder besser – hätte stattfinden können. Denn lediglich zwei Bürger und ein Hund folgten damals dem flammenden Aufruf Friedrich Heckers (1811-1881). Heute ist die von ihm angestrebte „Einigkeit und Recht und Freiheit“ bei uns eine Selbstverständlichkeit geworden. Oder? Peter Lenk hat seine Plastik mit Hintersinn gestaltet. Bei ihm wird alles ironisch auf die Spitze getrieben und hinterfragt. Die Botschaft ist klar: unsere Demokratie kann sich nur durch lebendige Diskussion und auch Streit bewähren. Deshalb ist das Wahrzeichen von Schopfheim genau an der richtigen Stelle…

Barockschanze Gersbach
Barockschanze im Schopfheimer Ortsteil Gersbach

Der Schopfheimer Ortsteil Gersbach wurde im frühen 18. Jahrhundert aufgrund seines strategischen Lage-, Dreh- und Angelpunkt einer breiten Abwehrfront gegen mögliche Angriffe französischer Truppen. Markgraf Ludwig von Baden ließ zwischen 1692-1701 ein ausgedehntes, rein defensives Befestigungssystem in Form einer sogenannten „Linie“ von Schanzen errichten, die sich über 200 km Länge über den gesamten Schwarzwald hinweg zieht. Die zahlreichen gut erhaltenen Überreste barockzeitlicher Schanz– und Verteidigunsanlagen in Gersbach sind von landeshistorisch überragender Bedeutung. Eine mächtige Sechseck-Schanze mit Wacht- und Signalturm wurde im Gewann Scherentann rekonstruiert und im Mai 2008 eröffnet. Drei Schanzenrundwege in einer abwechslungsreichen Panoramalandschaft sowie ein neues Wald- und Glaszentrum (siehe unten) erschließen die Bedeutung der Verteidigungslinien.

Öffentliche Termine für Führungen finden Sie auf unserer Seite Gästeführungen unter dem Register Gersbach.
Führungen für Gruppen auf Anfrage: Rathaus Gersbach (Tel. 07620/227)  

Schanze Neuenweg
Sternschanze Kleines Wiesental-Neuenweg

Im kleinen Wiesental, Ortsteil Neuenweg finden sich die  Schanzenanlagen am Hau. Diese sind historische Zeugnisse der jahrhundertelangen Kriegsgeschehnisse. Unter den Schanzeanlagen ist eine im Schwarzwald absolut einmalige Sternschanze, wahrscheinlich von den Franzosen vor 1691 errichtet, und eine nach 1693 gebaute quadratische Redoute, welche zur sog. Vorderen Linie gehörte, erbaut unter dem „Türken-Louis“ (Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden-Baden im Dienste des habsburgischen Kaisers in Wien). Die Bevölkerung von Neuenweg und des ganzen Kleinen Wiesentales wurde während Jahrhunderten von den Kriegsmächten ausgebeutet (Abgaben, Plünderungen, Brandschatzungen, Fronarbeit und Solddienste). Dies führte zu großer Armut im ganzen Tal.
► weitere Informationen zu den Schanzen finden Sie direkt vor Ort (Fahrtrichtung Schönau, Passübergang Hau, nördlich und südlich der Straße)

Epitaph an der Ostwand der Kirche St. Nikolaus: erinnert an den Leutnant Johann Marckloffski, welcher in kursächsischen Diensten stand. Diese Truppen waren im Schwarzwald und bis zum Rhein im Einsatz. Welchen Bezug der Leutnant zu Neuenweg hatte, ist bisher unbekannt.

Der Besuch der Schanze in Neuenweg (Kleines Wiesental) lässt sich gut mit einer Wanderung verbinden.

St. Michaels Kirche Schopfheim
Alte Kirche St. Michael in der Altstadt von Schopfheim

Die Alte Kirche St. Michael wurde, so wie sie heute besichtigt werden kann, in den Jahren 1479 bis 1482 errichtet. Der Ursprungsbau geht in das 12. Jahrhundert zurück. Zu sehen sind im Inneren die Mondsichelmadonna und farbenreiche Fresken aus verschiedenen Epochen. Die Kirche ist von April bis September täglich von 9.00 -16.00 Uhr geöffnet. Ab Mai findet jeden Samstag Orgelmusik zur Marktzeit statt. Bei Kaffee und Kuchen genießen die Zuhörer Orgelmusik in zwangloser Atmosphäre.

Jedes Jahr finden in der St. Michaels Kirche regelmäßig die Marktmusiken statt.

Aussichtsturm Hohe Flum
Hohe Flum mit zwei BaeumenKOMP

In Wiechs befindet sich der Aussichtsturm Hohe Flum, von dem man einen herrlichen Rundblick hat. Im Süden sieht man das Dorf Nordschwaben, das Hochrheintal und die Berge des Schweizer Tafeljura. Im Westen liegt Adelhausen, und in der Ferne kann man die Chrischona-Höhe erkennen. Über dem Fluss Wiese sieht man den Scheinberg und das Kleine Wiesental, und auf der anderen Seite ist der Berg Entegast. Im Osten steht der Zeller Blauen, auf der anderen Seite des Bergs die Hohe Möhr.

Aussichtsturm Hohe Möhr
Turm HoheMoehrKOMP

Der Hohe Möhr Turm liegt auf einer Höhe von 985 m ü. M. Die Aussichtsplattform liegt 25 m über dem Boden. Bei schönem Wetter hat man einen herrlichen Ausblick auf die schweizer Alpenkette, den Jura und die Vogesen. Die Strecke von der Hohen Möhr zur Hohen Flum bildet die 12. Etappe des legendären Westweges.
Wir empfehlen eine Wanderung von Schopfheim, bei der Sie in 2 1/2 Stunden auf die Hohe Flum gelangen (9km). Folgen Sie dem ´Roten Punkt auf weißem Grund´ (Ausgangspunkt Bahnhof Schopfheim).

Constanze Mozart aus Zell im Wiesental
Portrait Constanze Mozart

Constanze-Mozart-Stube im Hotel Löwen

Constanze Mozart, geb. Weber (1762-1842) wurde in Zell geboren.
Fridolin Weber II. zog mit seiner Familie von Zell im Wiesental nach Mannheim. In Mannheim lernte Wolfgang Amadeus Mozart die Familie Weber und ihre Tochter, die Koloratursängerin Aloysia Weber kennen, in die er sich erfolglos verliebte. Später in Wien heiratete er am 17. April 1782 deren Schwester Constanze.

Constanze-Mozart-Bibliothek

Mit einer Festrede von Hofrat Prof. Dr. Bauer, der Inszenierung „Dero gschamigster Diener!“ – Mozarts „Dienstmenscher“ erzählen“ von Heidi Knoblich und Musik von Wolfgang Amadé Mozart feierte die Stadt Zell Anfang Februar 2014 die Einweihung der Constanze-Mozart Bibliothek im Hotel „Löwen“.Der Buchbestand ist ein Geschenk von Hofrat Prof. Dr. Günther Bauer – em. Rektor der Universität Mozarteum Salzburg.

Die Bücher können vor Ort im Hotel „Löwen“ kostenlos angesehen oder über das Büro des Zeller Bergland Tourismus e.V. (info@zeller-bergland.de, Tel. 07625 924092) gegen eine Pfandgebühr ausgeliehen werden.

Constanze Mozart Boulevard

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